Karl-Theodor zu Guttenberg in Salzweg

 

GÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄHN....

    Man hätte wohl so richtig ausgeschlafen sein müssen, um die Worthülsenorgie von K.-Th. zu Guttenberg nickerchenfrei zu überstehen. "Der CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer im Gespräch mit Karl-Theodor zu Guttenberg. Thema: Niederbayern – Klarer Kurs ins digitale Zeitalter."  So hat die CSU ihre Veranstaltung in der Fensterfabrik Groß angekündigt. Klar war am Ende nur eines: neue Erkenntnisse waren nicht zu gewinnen. Aber der Typus K.-Th. er wendet sich ja eh an den eher schläfrigen Zeitgenossen. Immer nah an der Oberfläche palavernd laviert er sich vorbei an konkreten Lösungsvorschlägen und versucht mit manirierten Betonungen und affektierter Semantik sich über die Inhaltsleere seiner Satzungetüme hinwegzuretten. Die Digitalisierung sei eine der wesentlichen Herausforderungen der näheren und weiteren Zukunft. Boah, was für eine Erkenntnis! Er lobt überschwänglich den "wohl ersten Fensterbauroboter Bayerns"  des Gastgebers, schwärmt von der Innovationskraft der führenden bayrischen Betriebe vor allem eben hinsichtlich Digitalisierung und Automatisierung. An dem Punkt zwinge ich mich dann doch wach zu bleiben. Wann wenn nicht jetzt kommt ein Statement von ihm, wie denn zu reagieren sei auf den damit zwangsläufig verbundenen Abbau von Arbeitsplätzen? Was ist sein Vorschlag, wie umzugehen ist mit der Wertschöpfung von Maschinen, die die Arbeitskraft der Menschen ersetzen? Was ist das Angebot von K.-Th. an die Menschen, die vor dem Fensterbauroboter die Fenster gebaut haben? Ich hab es befürchtet: konkrete Antworten bleibt er schuldig. Gäääähn!

Noch langweiliger wird er dann, wenn K.-Th. sich bemüht witzig zu sein. Als er kürzlich in der Nähe von Kulmbach unterwegs war, sei er mangels lückenlosen Mobilfunktnetzes skandalöse 21 mal beim Telefonieren unterbrochen worden. Froh darüber sei er nur einmal gewesen: als er mit der Schwiegermutter telefoniert hat. Haha, was für ein Brüller. Mir brennen die Schenkel noch jetzt. Ansonsten schläfrige Gemüter reißt das von den Sitzen. (Josef, darfst dich wieder hinsetzen).

"im Zweifel ..." des Freiherren liebste Floskel. Platitüden gestenreich garniert und bedeutungsschwanger betont: K.-Th. zu Guthenberg bei der CSU-Waklkampfveranstaltung in Salzweg.

 

Aber dann gelingt K.-Th. doch noch eine dunkelgraue Pointe. Natürlich zieht sein Stichwortgeber Andreas Scheuer ein paar Tage vor der Wahl auch hier die Karte Migration. (Klar,  Thema ist ja schließlich: Niederbayern – Klarer Kurs ins digitale Zeitalter). Artig bedankt sich K.-Th. bei den Helferkreisen und allen, die sich so vorbildhaft einsetzen um diese Herausforderung zu meistern. Und er wünschte sich, dass eben viel mehr solche positiven Beispiele auch medial im Vodergrund stünden und nicht nur "das Geschepper bei etwaigen Problemen".  Einen Augenblick lang hab ich nicht an Zufall ob dieser Formulierung glauben mögen. Einen Moment lang war ich versucht zu glauben, K.- Th. hätt tatsächlich diesen unsäglichen Artikel im Salzweger-CSU-Pamphlet  "schwarz auf weiß"  gelesen (und im Nachgang die noch unsäglichere Diskussion auf der FB-Seite der örtlichen CSU). Aber da hatte ich wohl einen Moment geträumt.

Koni

Katha kommt